Projekt: Entwicklung der institutionellen
Beziehungen und des politisch-sozialen Umfeldes von AOPEB
1. Übergeordnetes
Ziel des Einsatzes
3. Spezifische Ziele,
Indikatoren, Aufgaben und Aktivitäten für 2001
5. Rechtfertigung und
Arbeitsstrategie
Der bolivianische
Verband der Organisationen ökologischer Produzenten und Interteam Schweiz, in
Bolivien repräsentiert durch COVOSU [Koordination von Schweizer Freiwilligen],
realisieren zusammen das Projekt Entwicklung der institutionellen Beziehungen und des politisch-sozialen
Umfeldes von AOPEB und Institutionelle Konsolidierung von CPILAP.
Das Projekt beinhaltet
den Arbeitseinsatz des Schweizer Freiwilligen Daniel Ott, der während drei
Jahren AOPEB und CPILAP in Prozessen zur institutionellen Stärkung und in der
Umsetzung von politischen Strategien berät. Der folgende Arbeitsplan 2001
bezieht sich nur auf die Ziele, Indikatoren, Aufgaben und Aktivitäten, die der
Freiwillige für AOPEB leisten wird und 40% seiner verfügbaren
Arbeitszeit entsprechen.
AOPEB wird als
legitime Vertreterin der ökologischen Produzenten von Bolivien anerkannt und
kann sowohl die staatliche Politik wie auch das ökonomische und soziale Umfeld
zugunsten der ökologische Produktion beeinflussen.
a) im Besonderen: das Direktorium von AOPEB
b) im Allgemeinen: die Mitgliedsorganisationen von
AOPEB
Förderung der
institutionellen Stärke von AOPEB mittels der Verbesserung der
interinstitutionellen Beziehungen.
A)
interner Ansatz
Stärkung der Identifikation der Mitgliedsorganisationen mit der
nationalen Politik von AOPEB, damit diese eine breitere Unterstützung erfährt.
B) externer Ansatz
Förderung der Koordination und der Allianzen auf nationaler Ebene
zwischen AOPEB und Gewerkschaften, Produzentenorganisationen sowie staatlichen
Stellen (Gemeinde, Präfektur und Ministerien) mit dem Ziel, eine „ökologische
Bewegung“ zu gründen.
C) organisatorischer Ansatz
Stärkung der organisatorischen Fähigkeiten von AOPEB, damit die
institutionellen Herausforderungen besser bewältigt werden können.
D) interkultureller Ansatz
Die Arbeit des Kooperanten fördert in der Schweiz die Sensibilisierung
und die Unterstützung für eine „bolivianische Öko-Bewegung“
a)
Ende 2001 haben
80% der angeschlossenen Organisationen ihre Mitgliederbeiträge eingezahlt und
ihre Schulden bei AOPEB getilgt.
b)
Das Direktorium
von AOPEB verfügt über eine Bündnisstrategie und ist in den nationalen
Koordinationsversammlungen zwischen Gewerkschaften, Produzentenorganisationen
und staatlichen Stellen (wie Gemeinden, Präfekturen und Ministerien) vertreten.
c)
AOPEB verfügt
über eine effiziente und nachhaltige Organisationsstruktur, die den
Mitgliedsorganisationen als Vorbild dient.
d)
Mindestens 100
interessierte Leserinnen und Leser erhalten und lesen die Rundbriefe des
Kooperanten.
Strategische Beratung für das Direktorium von AOPEB: Analysen, Studien
und Sammlung von Informationen zu Themen, die vom Direktorium vorgeschlagen
werden.
A.1) Analyse der Einschätzung und
der Erwartungen, welche die Mitgliedsorganisationen von der nationalen Politik
von AOPEB haben.
A.2) Beratung
des Direktoriums bei der Erarbeitung von neuen Instrumenten und Methoden der
internen Kommunikation, welche die Identifizierung der Mitgliedsorganisationen
mit den nationalen Politik von AOPEB fördern.
B.1) Analyse der politischen Strategien von
Organisationen, die im Sektor Landwirtschaft auf nationaler Ebene tätig sind.
B.2) Beratung des Direktoriums bei der Erarbeitung einer nationalen
Bündnisstrategie mit Gewerkschaften, Produzentenorganisationen und staatlichen
Stellen.
C.1) Analyse
der organisatorischen Struktur von AOPEB und Mitarbeit bei der Entwicklung und
Einführung von neuen, modernen und nachhaltigen Organisationsinstrumenten.
C.2) Beratung des Direktoriums bei der Einführung von
Weiterbildungsmethoden, welche die Nachhaltigkeit und die organisatorische
Selbständigkeit der Mitgliedsorganisationen fördern.
D.1) Verbreitung
der Erfahrungen und Resultate des Einsatzes des Kooperanten in der Schweiz.
a.1) Das
Direktorium bei mindestens 14 Besuchen zu Mitgliedsorganisationen begleiten.
a.2) Die
Besuche auswerten in Bezug auf die interne Kommunikation sowie die
Identifikation der Mitgliedsorganisationen mit der politischen Strategie von
AOPEB. Die Ergebnisse der Auswertung in einem Bericht festhalten.
a.3) Den
Bericht mit dem Direktorium diskutieren und anschliessend zu einem
Schlussbericht mit Verbesserungsvorschlägen überarbeiten.
b.1) Sammlung von Informationen über
Organisationen, die im Sektor Landwirtschaft auf nationaler Ebene tätig sind,
und diese Informationen in einem Bericht zusammenfassen.
b.2) Zusammenarbeit
mit dem Direktorium bei der Vorbereitung von Treffen mit nationalen
Organisationen: Dokumente analysieren, Informationen sammeln, Strategien
diskutieren.
b.3) Die
Diskussionen des Direktoriums über mögliche Bündnisstrategien in einem Schlussbericht
zusammenfassen.
c.1) Die Stärken und Schwächen der
Organisationsstruktur von AOPEB untersuchen und die Resultate in einem Bericht
präsentieren.
c.2) Den
Bericht mit dem Direktorium diskutieren und die Vorschläge zur Verbesserung der
organisatorischen Fähigkeiten von AOPEB in einem Schlussbericht zusammenfassen.
c.3) Verschiedene
Ausbildungsmethoden hinsichtlich ihres Einflusses auf die nachhaltige
Landwirtschaft untersuchen.
d.1) Mindestens 3 Rundbriefe versenden, die über
den Einsatz des Kooperanten sowie die Öko-Produktion in Bolivien informieren
Die Realisierung
dieses Arbeitsplanes 2001 bedingt die Erfüllung folgender Voraussetzungen
Ø
Das Direktorium
vertraut auf die Loyalität und Diskretion des Kooperanten und versorgt ihn mit
den, für die Erfüllung der Aufgaben notwendigen Informationen.
Ø
Das Direktorium
arbeitet eng mit dem Kooperanten zusammen und macht regelmässig Gebrauch von
seinen Dienstleistungen der strategischen Beratung: Analysen, Studien und
Sammlung von Informationen.
Ø
Der Kooperante
hat regelmässige und vereinbarte Sitzung mit dem Direktorium über die Themen,
die dieser Arbeitsplan beinhaltet: intra- (mit Mitgliedsorganisationen) und
interinstitutionelle (mit nationalen Organisationen des Sektors Landwirtschaft)
Beziehungen; Analyse und Verbesserung der organisatorischen Struktur.
Ø
Der Kooperante
nimmt regelmässig in den wöchentlichen Koordinationssitzungen zwischen
Direktorium und Geschäftsführung teil und ist über die politischen Strategien
von AOPEB informiert.
Ø
Damit der
Kooperante seine Aktivitäten für AOPEB und CPILAP koordinieren kann, kündet das
Direktorium mindestens eine Woche im voraus an, in welchen Sitzungen und
Aktivitäten sie die Teilnahme des Kooperanten wünscht.
Ø
Der Kooperante
verfügt über einen Schreibtisch im Büro von AOPEB
Ø
AOPEB versorgt
den Kooperanten mit den notwendigen Arbeitsmitteln (Papier, Fotokopien, Zugang
zu Drucker und Telefon).
Ø
AOPEB deckt die
Kosten (Transport, Unterkunft und Verpflegung) der Reisen des Kooperanten mit
dem Direktorium.
Der Einsatz des
Kooperanten verfolgt als übergeordnetes Ziel die Unterstützung von AOPEB in
seinen politischen Strategien. AOPEB will als einziger und legitimer Vertreter
der ökologischen Produzenten in Bolivien anerkannt sein und die staatliche
Politik sowie die sozialen und politischen Rahmenbedingungen dahingehend
beeinflussen, dass sie günstig für die ökologische Produktion sind. AOPEB will
seine politischen Ziele mittels dem Aufbau einer bolivianischen Ökobewegung
umsetzen. Um eine solche Bewegung in Gang setzen zu können, muss AOPEB drei
unerlässliche Bedingungen erfüllen.
1) AOPEB muss eine starke Organisation sein und über die feste
Unterstützung der Mitgliedsorganisationen verfügen (=>interner Ansatz)
2) AOPEB muss mit den wichtigsten sozialen Kräften im Sektor
Landwirtschaft alliiert sein und deren Politiken zugunsten einer bolivianischen
Öko-Bewegung beeinflussen können (=>externer Ansatz)
3) AOPEB muss über eine moderne und effiziente Organisationsstruktur
verfügen, um die institutionellen und kommunikativen Herausforderungen
bewältigen zu können, die sie als Promotorin und Anführerin einer
bolivianischen Öko-Bewegung erwarten (=>organisatorischer Ansatz).
Die drei Bedingungen sind eng miteinander
verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Die Gefahr besteht, dass AOPEB
sich in einer der Bedingungen auf Kosten der anderen zu schnell vorwagt. AOPEB
könnte zum Beispiel zu schnell wachsen, dadurch zwar eine starke Position in
der nationalen Politik erreichen aber gleichzeitig die institutionelle
Überlebensfähigkeit verlieren, da die verfügbaren organisatorischen und
kommunikativen Führungsinstrumente nicht mehr ausreichen um die Bedürfnisse und
Erwartungen der Mitgliedsorganisationen zu erfüllen. Der Zusammenbruch von
AOPEB würde aber nicht nur die Mitgliedsorganisationen und somit tausende von
ökologischen Produzenten schädigen, sondern die ökologische Bewegung in
Bolivien überhaupt gefährden.
Deshalb müssen in den drei Ansätzen gleichzeitig gearbeitet und
Fortschritte erzielt werden. Die Arbeit des Kooperanten wird sich immer auf
diejenige Bedingung konzentrieren, die im Moment als die Schwächste erscheint.
daniel
ott, la paz, april 2001